Rückrufe prüfen
Rückrufe beim Auto prüfen
Hersteller rufen Autos zurück, wenn ein Mangel die Sicherheit oder die Umwelt gefährdet. So findest du heraus, ob dein Auto – oder eines, das du kaufen willst – betroffen ist, und was du dann tun musst.
Stand: Oktober 2026
Was ist ein Rückruf?
In Deutschland überwacht das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) als Marktüberwachungsbehörde, ob Fahrzeuge sicher sind. Grundlage sind vor allem die EU-Verordnung 2018/858 über die Genehmigung von Fahrzeugen und das Produktsicherheitsgesetz. Stellt ein Hersteller ein ernstes Risiko fest, muss er es melden; das KBA überwacht den Rückruf und kann ihn auch anordnen.
Daneben gibt es freiwillige Serviceaktionen der Hersteller, die oft beim nächsten Werkstattbesuch nebenbei erledigt werden. Nicht alle Maßnahmen der Hersteller stehen in der Datenbank des KBA.
Die Rückrufdatenbank des KBA
In der Rückrufdatenbank des KBA (öffnet in neuem Tab) suchst du nach Marke und Modell. Sie zeigt, welche Modelle und Bauzeiträume betroffen sind, worin der Mangel besteht und wie er behoben wird. Zwei Grenzen solltest du kennen:
- Die Datenbank kennt keine Fahrgestellnummern (FIN). Ob dein Auto betroffen ist, siehst du dort nicht – nur, ob es in einen betroffenen Bauzeitraum fällt.
- Sie enthält nicht alle Maßnahmen der Hersteller; erfasst werden Rückrufe schrittweise seit Mai 2004.
Mit der FIN beim Hersteller prüfen
Ob genau dein Auto betroffen ist, erfährst du über die 17-stellige Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN). Sie steht in der Zulassungsbescheinigung Teil I im Feld „E“. Viele Hersteller bieten dafür eine Abfrage auf ihrer Website an, zum Beispiel Škoda (öffnet in neuem Tab) und Toyota (öffnet in neuem Tab). Sonst hilft eine Vertragswerkstatt der Marke: Sie sieht offene Rückrufe in der Datenbank des Herstellers.
Wie Halter informiert werden
Bei einem Rückruf schreibt der Hersteller die Halter an. Die Anschriften bekommt er aus dem Zentralen Fahrzeugregister des KBA – deshalb geht der Brief an den Halter, der dort eingetragen ist. Wer nicht reagiert, bekommt weitere Schreiben; danach informiert das KBA die Zulassungsbehörde. Ist dein Auto betroffen, du hast aber keinen Brief bekommen, wende dich an den Hersteller oder Importeur.
Kosten
Nach dem Rückruf-Kodex des KBA (öffnet in neuem Tab) ist der Rückruf für dich als Halter kostenlos, und der Hersteller muss eine kostenlose Kontaktmöglichkeit anbieten. Ein gesetzlicher Anspruch darauf besteht laut ADAC nur über Gewährleistung oder Garantie; in der Praxis zahlen die Hersteller. Ein Ersatzauto für die Zeit in der Werkstatt steht dir nicht zu – manche Hersteller bieten aber freiwillig eines an.
Was passiert ohne Reaktion?
Die Teilnahme an einem überwachten Rückruf ist Pflicht. Reagierst du nicht, kann die Zulassungsbehörde den Betrieb des Autos untersagen (§ 5 Fahrzeug-Zulassungsverordnung). Das lässt sich abwenden, wenn du die Arbeiten vorher machen lässt und nachweist.
Vor dem Gebrauchtwagenkauf
- Marke und Modell in der Rückrufdatenbank des KBA nachschlagen
- die FIN beim Hersteller oder in einer Vertragswerkstatt prüfen lassen
- den Verkäufer fragen, ob Rückrufe erledigt sind, und sich das belegen lassen – meist steht es auf der Werkstattrechnung oder im Serviceheft
- nach dem Kauf zügig ummelden, damit spätere Briefe zu Rückrufen bei dir ankommen (Auto ummelden)
Auf den Modellseiten und unter „Mein Auto“ verlinkt KaufCheck die Rückrufabfrage des Herstellers, soweit es eine gibt, und die Datenbank des KBA, ebenso bei jeder Inseratsprüfung – abfragen musst du selbst.
Häufige Fragen
Ich bin zu einem Rückruf angeschrieben worden. Muss ich teilnehmen?
Ja. Ohne Teilnahme kann die Zulassungsbehörde den Betrieb des Autos untersagen.
Mein Auto ist betroffen, aber ich habe keinen Brief bekommen. Was tun?
Wende dich an den Hersteller oder Importeur und lass die Arbeiten machen.
Ich habe das Auto nicht mehr und trotzdem einen Brief bekommen.
Teil dem Hersteller mit, an wen du das Auto verkauft hast, damit der neue Halter informiert werden kann.
Muss ich die Reparatur bezahlen?
In der Regel nein: Nach dem Kodex des KBA ist der Rückruf für den Halter kostenlos, und die Hersteller übernehmen die Kosten üblicherweise.
Dieser Ratgeber gibt allgemeine Hinweise und ersetzt keine Rechtsberatung und keine technische Prüfung des Fahrzeugs.